Warum wir uns beim Wein oft sicher fühlen
– und trotzdem überrascht werden

Viele wissen ziemlich genau, was sie mögen.
„Ich trinke nur Weißwein.“
„Rotwein ist nicht meins.“
„Riesling passt immer.“

Diese Sicherheit ist verständlich. Sie gibt Orientierung und macht die Auswahl leichter. Und doch zeigt sich im Gespräch immer wieder etwas anderes: Dass ein Wein plötzlich überrascht. Dass etwas schmeckt, das man eigentlich ausgeschlossen hatte. Und dass sich der eigene Geschmack leise verschiebt.

Oft liegt das nicht am Zufall, sondern am Moment. An der Situation, an der Speise, an der Stimmung oder einfach daran, dass man sich darauf einlässt.

Wein ist kein festes System. Er verändert sich, entwickelt sich im Glas und manchmal auch im eigenen Empfinden.

Vielleicht liegt genau darin sein Reiz: Dass man sich sicher fühlen darf und trotzdem offen bleiben kann.