Manchmal genügt ein gemeinsamer Tisch

Eigentlich begann alles ganz unspektakulär.

Innerhalb weniger Minuten kamen vier Paare in den Weingarten. Keines kannte das andere. Alle hatten denselben Wunsch: Ein paar frische Sommerweine probieren, vergleichen und anschließend die passenden Flaschen mit nach Hause nehmen.

Um unsere Kundschaft Zeit zu beraten, stellten wir kurzerhand zwei Tische zusammen. Während die ersten Gläser eingeschenkt wurden, verschwand unsere Mitarbeiterin fast selbstverständlich in der Küche. Wenig später standen Brot, Käse und Salami auf dem Tisch. Nicht als besondere Inszenierung, sondern weil guter Wein und gute Gespräche oft genau so beginnen.

Aus vier voneinander unabhängigen Besuchen wurde etwas, das niemand erwartet hatte. Die Gespräche wechselten von Wein zu Urlaub, von Lieblingsgerichten zu Reisen, von Winzern zu persönlichen Geschichten. Immer wieder wurde nachgeschenkt, gelacht und miteinander diskutiert. Niemand schaute auf die Uhr. Auch wir nicht.

Drei Stunden später verließen keine vier getrennten Paare den Weingarten. Es verabschiedeten sich acht Menschen, die miteinander Telefonnummern austauschten und schon Pläne schmiedeten, sich wiederzusehen.

Natürlich haben an diesem Nachmittag einige Flaschen Wein den Besitzer gewechselt. Viel wichtiger war jedoch etwas anderes. Aus einem Besuch im Weingarten wurde eine Begegnung. Vielleicht ist genau das der schönste Moment unseres Berufs. Wenn Wein nicht im Mittelpunkt steht, sondern Menschen miteinander ins Gespräch bringt.

Und wer weiß? Vielleicht werden irgendwann bei einem gemeinsamen Abend genau die Flaschen geöffnet, die an diesem Nachmittag ihren Weg vom Regal auf den Tisch
gefunden haben.