Terroir bedeutet, dass ein Wein nach seinem Ort schmeckt. Aber was passiert, wenn sich dieser Ort verändert?
Kaum eine Weinregion ist so eng mit diesem Gedanken verbunden wie Burgund. Boden, Hanglage, Sonne, Wind und Wasser, all das gehört zu einem Ort und damit zu dem, was die Franzosen Terroir nennen. Nur: Dieser Ort ist nicht so unveränderlich, wie er lange erschien.
Die Sommer werden wärmer und trockener, die Trauben reifen früher. Für die Winzer bedeutet das, ihre Arbeit anzupassen, ohne den Charakter ihrer Weinberge zu verlieren. Manche bearbeiten ihre Böden weniger intensiv, andere setzen auf Begrünung und versuchen, mehr Feuchtigkeit im Boden zu halten. Und selbst die Landkarte Burgunds verändert sich ein wenig: Höher gelegene, früher eher kühle Weinberge werden interessanter. Was einst ein Nachteil war, kann heute helfen, Frische und Säure zu bewahren.
Das Faszinierende daran: Die Winzer versuchen nicht, das Terroir zu verändern.
Sie verändern ihre Arbeit, damit man es weiterhin schmecken kann.
Vielleicht bedeutet Tradition genau das: nicht alles so zu machen wie früher, sondern zu verstehen, was bewahrt werden soll. Denn ein Weinberg bleibt am selben Ort.