Von Stefan Chianese · Aus dem Weingarten Journal
Rotwein zu Steak. So weit die Konvention. Aber welcher Rotwein zu welchem Steak? Das entscheidet, ob das Essen zusammenläuft oder nebeneinander steht.
Warum Rotwein zu Rindfleisch?
Der eigentliche Grund ist chemisch. Tannin im Rotwein bindet Fett und Eiweiß im Fleisch — sowohl im Glas als auch im Mund. Das reinigt den Gaumen zwischen den Bissen. Weißwein hat kein Tannin und kann das nicht leisten.
Deshalb: Je fettiger und blutiger das Steak, desto mehr Tannin darf der Wein haben.
Filet — feinfaserig, mager, dezent
Zum Filet passt kein schwerer Barolo. Er würde das feine Fleisch überwältigen. Wählen Sie einen eleganten Rotwein mit mittlerem Körper: Chianti Classico, Cru Bourgeois, guter Rioja Reserva.
Ribeye, T-Bone, Rumpsteak — kräftig, fettdurchzogen
Hier kommt Ihr Rotwein zur Höchstform. Kraft, Tannin, Konzentration. Aglianico, Cabernet Sauvignon, Malbec, kräftiger Ribera del Duero.
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Zolla Primitivo di Manduria 2024 ApulienManduria · Italien
Süditalienische Kraft trifft Ribeye-Fett. Weiche Tannine, dichte Frucht, mediterrane Würze.
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Chianti Classico 2023 Tenute Rossetti ToskanaToskana · Italien
Toskanischer Klassiker. Passt zum kräftigen Rindersteak wie geschnitzt.
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1908 Nero di Gio 2022 Famiglia CieloSizilien · Italien
Nero d'Avola mit mediterraner Wärme. Für Steak vom Grill mit Kräuterkruste ideal.
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Details ansehenDie Ausnahme: gebeiztes Steak
Wenn das Steak in einer süßlich-scharfen Marinade lag (Bourbon, BBQ, Teriyaki), verändert sich alles. Jetzt geht auch ein fruchtiger Zinfandel oder ein Primitivo mit leichter Restsüße — er nimmt die Marinade auf und erweitert sie.
Der klassische Bordeaux wäre dann fehl am Platz.