Wein richtig lagern .

Von Stefan Chianese · Aus dem Weingarten Journal

Nicht jeder Wein wird durch Lagerung besser. 90 % aller Weine im Handel sind für den Sofortverzehr gedacht. Die anderen 10 % können ein zweites Leben führen — wenn Sie sie richtig lagern.

Die vier entscheidenden Faktoren

Temperatur. Konstant zwischen 10 und 14 °C. Wichtiger als der genaue Wert: dass die Temperatur nicht schwankt. Ein Wein im Keller bei konstanten 16 °C ist besser dran als einer bei mal 10, mal 20 °C.

Licht. Dunkel. UV-Strahlung zerstört Aromen. Weißweine sind noch empfindlicher als Rotweine.

Feuchtigkeit. Zwischen 60 und 80 %. Zu trocken: der Korken schrumpft, Luft dringt ein. Zu feucht: der Korken schimmelt außen — für den Wein selbst harmlos, aber unschön.

Ruhe. Weine mögen keine Vibrationen. Kein Kühlschrank oben drauf, keine Waschmaschine daneben.

Welche Weine lagern lohnt sich?

Lohnt sich: Barolo, Amarone, klassifizierte Bordeaux, große Burgunder, deutsche Spätlesen und Auslesen, Chianti Classico Riserva, Rioja Gran Reserva. Alle mit fünf bis dreißig Jahren Lagerpotenzial.

Lohnt sich nicht: junge, fruchtige Weine. Die meisten Weißweine unter 20 Euro. Alle Weine mit Schraubverschluss (mit Ausnahmen, aber Faustregel).

Drei Mythen

Mythos: „Wein wird immer besser mit dem Alter." Nein. 90 % aller Weine erreichen ihr Optimum in den ersten drei bis fünf Jahren. Alles darüber ist Abstieg.

Mythos: „Flaschen müssen liegen." Nur bei Korken. Bei Schraubverschluss egal. Bei Kunststoffkork besser stehend lagern (Kunststoff quillt bei Kontakt).

Mythos: „Rotwein muss atmen — Weißwein nicht." Falsch. Auch Weißweine profitieren von Sauerstoff. Chablis, deutscher Riesling GG — alle besser eine halbe Stunde vor dem Trinken öffnen.

Lagerkandidaten aus unserem Sortiment

Drei Weine, die Sie ohne Bedenken 5 bis 10 Jahre lagern können:

Unsere Empfehlungen aus dem Sortiment

Passend dazu